AUTOSAR Austauschformate

Allgemeine Formate

Folgende Austauschformate werden von AUTOSAR definiert:

  • SWC Description:
    Der Zulieferer oder der OEM definiert die SWCs. Hierzu erstellt er für jede SWC eine XML-Datei, die SWC Description. Diese beschreibt die Schnittstellen und den Ressourcen-Bedarf der SWC. Im Anschluss erstellt er dazu passend die C-Dateien für die Implementierung.
  • System Description:
    Der OEM definiert auf Basis der SWCs zuerst den Funktionsumfang für das gesamte Fahrzeug unabhängig von den Steuergeräten. Als nächstes entwirft er die Kommunikationsnetzwerke und verteilt die SWCs auf die vorhandenen Steuergeräte. Das Ergebnis wird in der System Description gespeichert.


Ab AUTOSAR 4.0:

  • System Extract of System Description:
    Für jedes Steuergerät reduziert der OEM die System Description zu einem System Extract of System Description, das der OEM an die Zulieferer des entsprechenden Steuergeräts weitergeben kann. Diese Datei ersetzt zur Konfiguration der BSW-Module die bislang verwendeten .dbc-, FIBEX- oder .ldf-Dateien.
  • ECU Extract of System Description (ECUEX): Durch ein sogenanntes Flattening wird aus dem System Extract of System Description ein ECU Extract of System Description, erzeugt. Dieser entspricht dem System Extract, enthält aber nur die atomaren SWCs in einer flachen Sicht. Der ECU Extract kann vom TIER1 um eigene SWCs erweitert werden.

AUTOSAR 3:

  • ECU Extract of System Description (ECUEX):
    Für jedes Steuergerät reduziert der OEM die System Description zu einem ECU Extract of System Description, das der OEM an die Zulieferer des entsprechenden Steuergeräts weitergeben kann. Diese Datei ersetzt zur Konfiguration der BSW-Module die bislang verwendeten .dbc-, FIBEX- oder .ldf-Dateien.
  • Complete ECU Extract of System Description:
    Ausgehend vom ECU Extract of System Description integriert der Zulieferer seine eigenen SWCs. Das Ergebnis ist ein vollständiger und aktueller ECU Extract of System Description, der nun die Beschreibung aller SWCs, sowohl vom OEM als auch vom Zulieferer, eines Steuergeräts enthält.


Konfigurationsrelevante Formate

  • BSW Module Description:
    Eine weitere Voraussetzung für die Steuergerätekonfiguration sind die BSW Module Description Dateien, die die Definition der Datenstrukturen und aller konfigurierbarer Parameter eines BSW-Moduls enthalten. Diese Dateien sind implementierungsspezifisch und neben den Generatoren und dem statischen Code Bestandteil der BSW-Module eines Herstellers.
  • ECU Configuration Description (ECUC):
    Im Anschluss erstellt der Zulieferer die initiale ECU Configuration Description basierend auf dem aktuellen ECU Extract of System Description und den BSW Module Description Dateien. Danach beginnt er mit der Konfiguration des Steuergerätes und dokumentiert sie in der ECU Configuration Description. Hierzu verwendet er geeignete Werkzeuge, um die Parameter der BSW-Module und der RTE einzustellen und zu prüfen. Die ECU Configuration Description ist die Grundlage für die steuergerätespezifische Generierung der RTE und der BSW-Module durch die zugehörigen Generatoren.

Die AUTOSAR Methode ist flexibel und für die Praxisanforderungen unterschiedlicher Projekte oder unterschiedlicher OEMs geeignet. So ist z.B. die Verwendung von SWCs in der System Description optional.

Zuletzt geändert: Donnerstag, 26. April 2018, 15:19